Öko-Test: Problematische Inhaltsstoffe in Backzutaten
Bei vielen Verbrauchern ist die Weihnachtsbäckerei in vollem Gange, doch können wirklich alle Backzutaten bedenkenlos verarbeitet werden? Das Frankfurter Verbrauchermagazin “Öko-Test” hat jetzt die beliebtesten Zutaten ins Labor geschickt und auf bedenkliche Inhaltsstoffe hin untersuchen lassen. Getestet wurden gemahlene Haselnüsse, Vanillezucker, Zimt, Kuvertüre und die neue Trend-Backzutat Cranberries.
Das Testergebnis ist so bunt gemischt wie ein Plätzchenteller: So konnte die Qualität von Cranberries und Zartbitter-Kuvertüre überzeugen wurde mit guten und sehr guten Noten belohnt. Dagegen ist vor allem bei Zimt und gemahlenen Haselnüssen Vorsicht geboten, denn hier wurde das Labor auf der Suche nach problematischen Inhaltsstoffen häufig fündig. So enthielten einige Nusspackungen zu viele Enterobakterien, die bei empfindlichen Menschen zu Magen-Darm-Beschwerden führen können. Durch die Ofenhitze beim Backen werden die Keime zwar zerstört, aber wenn sie als Deko benutzt werden, werden die Keime mit verzehrt. Das Labor wies außerdem in zwei Packungen gemahlener Nüsse erhöhte Werte des Schimmelpilzgiftes Aflatoxin nach, das als krebserregend gilt.
Zimt ist in gewisser Weise ein Sonderfall, denn schon von Natur aus steckt in diesem Gewürz das giftige Cumarin, das in hoher Dosierung zu Leberschäden führen kann. In vielen Produkten war die Menge Cumarin viel zu hoch. Grundsätzlich sollte man beim Backen lieber Ceylon-Zimt verwenden anstatt Cassia-Zimt, weil in Ceylon-Zimt weniger Cumarin enthalten ist. Solche Stoffe sind in dem getesteten Vanillezucker zwar nicht enthalten, aber einige Produkte konnten dennoch nicht punkten, weil in ihnen viel zu wenig Eigenaroma der Vanilleschote (Vanilin) steckt. In einem Kilogramm Vanillezucker sollten mindestens 1250 mg Vanilin enthalten sein, doch zwei Produkte enthielten gerade einmal 420 mg bzw. 580 mg pro Kilogramm Vanillezucker. Außerdem wurde in manchen Produkten Kohlenwasserstoffe gefunden, die den Experten zufolge von den Farben der Verpackung stammen können.
An den Zartbitterkuvertüren hatten die Tester kaum etwas auszusetzen, die meisten Produkte im Test erhielten die Note “gut” oder “sehr gut”. Bemängelt wurde lediglich, dass manchen Kuvertüren Aroma zugesetzt wurde und vier Produkte den Emulgator E 476 enthalten, der in hoher Dosierung in Tierversuchen Leber- und Nierenvergrößerungen verursacht hat. Cranberries scheinen zu Recht die neue Trend-Zutat zu sein, denn sie schnitten im Test durchweg “sehr gut” ab, da in ihnen weder Keime noch Allergene oder Pestizide oder Schimmelpilzgifte enthalten sind. (mh)




