40.000 Barrel Öl ausgelaufen: Shell meldet neues Ölleck in Nigeria

Der britisch-niederländische Ölkonzern Shell teilte am Mittwoch mit, dass in dem rund 120 Kilometer vor der Küste Nigerias liegenden Bonga-Ölfeld ein Leck bemerkt wurde, durch das den Angaben zufolge etwa 40.000 Barrel ausgetreten sind. Als reine “Vorsichtsmaßnahme” stellte Shell nach eigenen Angaben die Produktion auf dem Ölfeld vorübergehend ein. Laut Shell trat das Leck am Dienstag auf. Es wurde entdeckt, während das geförderte Öl von der schwimmenden Produktions- und Lagerungsanlage in einen Öltanker geleitet wurde. Mutiu Sunmonu, Chef von Shell Nigeria Exploration and Production Company, erklärte, dass der Ölfluss unmittelbar nach Bekanntwerden des Austretens gestoppt wurde und man sich derzeit mit der Schadensbegrenzung beschäftige.
2008 hatten Rebellen die Öl-Anlage in Bonga angegriffen und eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung an den Einnahmen aus der Ölquelle gefordert. Im Februar schloss Shell die Produktion auf dem Ölfeld und führte Wartungsarbeiten durch. Erst im April wurde die Anlage wieder geöffnet. Bonga fördert pro Tag etwa 200.000 Barrel Öl.
In den letzten Jahren kam es bei Shell immer wieder zu Öllecks in Nigeria. Bis zum 20. Oktober waren 1,9 Millionen Liter Öl ausgelaufen. Erst Anfang November veröffentlichte Shell im Netz Fotos und Berichte über Öllecks in Nigeria, die zeigen sollten, dass der größte Teil der Lecks in diesem Jahr durch Sabotage und Diebstahl verursacht wurden. Nur weniger als ein Fünftel der Lecks seien durch Betriebsfehler entstanden.
Umweltschützern ist die Ölförderung in Nigeria schon lange ein Dorn im Auge. Sie fordern den Konzern auf, für die jahrzehntelange Umwelt- verschmutzung in Nigeria Verantwortung zu übernehmen. Durch die Lecks in den Pipelines werden Fischergründe und landwirtschaftliche Nutzflächen im Niger-Delta zerstört und den dort lebenden Menschen die Existenzgrundlage genommen, kritisiert der BUND. Die Umweltschutz- organisation verweist auf einen Bericht der UNEP, nach dem das Ausmaß der Umweltverschmutzung durch die Ölförderung in Nigeria enorm ist. Dem im August 2011 veröffentlichten Bericht zufolge würde es zunächst 1 Milliarde US-Dollar kosten und 30 Jahre dauern, bis die Flüsse, Felder und Wälder am Niger-Delta wieder in einen gesunden Zustand versetzt sind. Eine Fläche, die so groß wie Portugal ist, gilt bereits als zerstört. (mh)




