Elektroauto-Index: Japan zieht an bisherigem Marktführer USA vorbei

Deutschland will in Zukunft zum Marktführer in puncto Elektromobilität werden. Momentan reicht es allerdings nur für den vierten Platz, wie die neue Ausgabe des Elektroauto-Index (Evi) der Unternehmensberatung McKinsey und der “WirtschaftsWoche” zeigt. Aktuell haben die japanischen Fahrzeugkonstrukteure die Nase vorn und sind zum ersten Mal seit dem Beginn der Erhebung im April 2010 am bisherigen E-Auto-Marktführer USA vorbeigezogen. Der Evi misst alle drei Monate die Nachfrage und das Angebot von Elektroautos.
Die japanischen Autohersteller haben der “WiWo” zufolge einen großen Vorsprung bei der Entwicklung von Hybrid-Antrieben, bei denen Elektro- mit klassischen Verbrennungsmotoren kombiniert werden. Japan stieg vor knapp zwei Jahren auf dem fünften Platz in den Index ein und hat seither eine beeindruckende Aufholjagd hingelegt, was den Experten zufolge vor allem an den sehr erfolgreichen Hybridfahrzeugen liegt.
“Bei den technologisch führenden Autoherstellern herrscht immer mehr die Einschätzung vor, dass der Hybrid die ideale Brückentechnologie auf dem Weg zum reinen Elektroauto ist”, sagt Raymond Wittmann, Auto- mobilexperte bei McKinsey in der “WiWo”. Da die Japaner schon seit Jahren auf den Hybridantrieb setzen, haben sie gegenüber ihren Wettbewerbern aus Europa und Amerika einen großen Vorsprung. Autohersteller Toyota konnte dem Bericht zufolge in den vergangenen Jahren weltweit 3,5 Millionen Hybridfahrzeuge verkaufen.
Auch bei den reinen Elektroautos steht Japan gut da: So fahren heute bereits 12.000 rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge über japanische Straßen. Das sind doppelt so viele wie in China. Deutschland liegt aktuell hinter Japan, den USA und Frankreich auf dem vierten Platz des Evi. (ok)




