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Bundeskabinett: Wechsel des Stromanbieters soll vereinfacht werden

Bundeskabinett: Wechsel des Stromanbieters soll vereinfacht werden
Das Bundeskabinett will den Wechsel des Stromanbieters vereinfachen. Künftig soll der Wechsel schneller möglich sein. (Foto: © Cisco Ripac / Pixelio)

Noch immer schrecken viele Verbraucher davor zurück, ihrem Stromanbieter den Rücken zu kehren um zum Beispiel ein günstigeres Angebot zu nutzen oder direkt auf Ökostrom umzusteigen. Das Bundeskabinett möchte diesen Prozess nun noch weiter vereinfachen: Bislang dauerte der Versorgerwechsel im Schnitt acht bis zehn Wochen. Künftig dürfen nur noch drei Wochen vergehen, bis man mit dem Strom oder Gas des neuen Anbieters versorgt wird. Ab dem 1. April kann die Versorgung des Kunden durch den neuen Anbieter an jedem Wochentag beginnen und nicht - wie bisher - erst zum 1. des nächsten Monats.

Mit der neuen Regelung will Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) den Wettbewerb stärken und Preistreiberei bei Strom und Gas besser vermeiden. Ein Wechsel des Stromanbieters ist heute für jeden Stromkunden einfach durchführbar: Auf den Websites des Anbieter gibt es meistens entsprechende Antragsformulare, die direkt online ausgefüllt werden können. Was für den Anbieterwechsel benötigt wird, sind die Daten des aktuellen Stromanbieters, der geschätzte Jahresverbauch in kWh (die letzte Jahresrechnung ist hier ein guter Anhaltspunkt) und der aktuelle Stand des Stromzählers in Verbindung mit der Zählernummer. Sind die Daten einmal eingegeben und abgeschickt, geht praktisch alles wie von selbst: Der neue Anbieter kümmert sich ohne Zutun des Kunden um die Vertragsauflösung bei seinem aktuellen Stromanbieter.

Viele Stromkunden befürchten, dass es bei einem Wechsel zu einer Unterbrechung der Stromversorgung kommen könnte. Das kann jedoch niemals passieren: Auch wenn bei dem Wechsel etwas schief gehen sollte, erfolgt immer eine Belieferung durch den Grundversorger (in den meisten Fällen die lokalen Stadtwerke). Wer den Anbieter wechseln möchte, sollte überlegen, ob er nicht direkt auf Ökostrom umsteigt und so nicht nur etwas für den Geldbeutel, sondern auch für die Umwelt tut.

In Deutschland gibt es zur Zeit nur eine Handvoll Anbieter, die zu 100% Strom aus regenerativen Energiequellen anbieten und diese intensiv mit dem Bau von neuen Anlagen fördern. Dazu zählen Greenpeace Energy, LichtBlick, Naturstrom und die EWS Schönau. Bei der Wahl dieser Anbieter kann man ganz sicher sein, dass man zum einen 100 Prozent Strom aus regenerativen Energiequellen erhält und darüber hinaus auch noch aktiv zum Ausbau der Ökostrom-Anlagen beiträgt. (ok)