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Umweltexperten fordern 30 bis 100 Euro Pfand für Mobiltelefone

Umweltexperten fordern 30 bis 100 Euro Pfand für Mobiltelefone
Recyclingquote soll erhöht werden: Der Sachverständigenrat für Umweltfragen fordert ein Pfand zwischen 30 und 100 Euro für Handys und Smartphones.

Fast täglich kommen neue Smartphones und Handys auf den Markt. Hersteller wie Apple, Samsung oder HTC versorgen die Nutzer oft mehrmals pro Jahr mit neuen Versionen ihrer erfolgreichsten Gadgets, die von den Fans stets heiß erwartet und dank günstiger Vertragsangebote schnell gegen das alte Gerät getauscht werden. Wenn es sich nicht gerade um sehr teure Smartphones handelt, die sich oft noch zu Geld machen lassen, landen die meisten Geräte nach der Anschaffung eines neuen Modells in irgendeiner Schublade oder sogar im Müll. Dabei werden die Rohstoffe, die sich im Innenleben der Geräte befinden, dingend benötigt. Einige der Stoffe, die in mobilen Geräten zum Einsatz kommen, sind sogar so selten, dass sie - sofern die Mobilfunk-Industrie so weitermacht wie jetzt - in wenigen Jahren komplett aufgebraucht sind.

Einen Ersatz für die “seltene Erden” genannten Rohstoffe gibt es bislang noch nicht. So reicht z.B. das dringend für den Bau von Handys benötigte Tantal Schätzungen zufolge nur noch für ca. 25 Jahre. Das silberfarbene Indium, das in Displays zum Einsatz kommt, ist Forschern zufolge sogar schon in sechs Jahren aufgebraucht. Dabei ließe sich ein großer Teil der wertvollen Rohstoffe recyceln, wenn die Handys und Smartphones einer darauf spezialisierten Wiederverwertung zugeführt würden.

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen möchte dieses Ziel nun mit einem Handy-Pfand erreichen. Für jedes verkaufte Gerät soll ein Pfand zwischen 30 und 100 Euro fällig werden, den der Käufer zurückerhalten würde, wenn er das Gerät ins Recycling gibt. Der Sachverständigenrat geht davon aus, dass sich die Rücklaufquoten für Smartphones und Handys so deutlich erhöhen lassen würden. Bereits im März haben die Grünen einen Antrag für einen Pfand für Mobiltelefone in den Bundestag eingebracht. Sie forderten ein Pfand von zehn Euro pro Handy.

Aktuell sollen sich in Deutschland rund 100 Millionen Mobiltelefone im Einsatz befinden. Schätzungen zufolge liegen mehr als 80 Millionen alte Handys in Schubladen rum. Werden diese über den Müll entsorgt, gehen die enthaltenen Rohstoffe endgültig verloren. Im Recycling könnten bis zu 80 Prozent der Rohstoffe wiederverwertet werden. (ok)