EPEAT-Umweltprogramm: Apple nun doch wieder an Bord

Das ging aber sehr schnell: Nur wenige Tage nachdem bekannt wurde, dass der US-amerikanische High-Tech-Riese Apple in Zukunft auf die Zertifizierung seiner Produkte mit dem US-amerikanischen Umweltsiegel EPEAT verzichten will und dafür weltweit Kritik erntete, kehrt man nun doch zu dem Programm zurück - auf Druck der Kunden. In einem offenen Brief an die Apple-Kunden erklärte Hardware- Chef Mansfield: “Wir haben von vielen loyalen Apple-Kunden gehört, dass sie unglücklich mit der Entscheidung waren, dass wir unsere Produkte aus dem EPEAT-Bewertungssystem herausgenommen haben.” Weiter heißt es: “Ich gebe zu, das war ein Fehler.” Ab sofort sollen sämtliche Apple- Produkte wieder am EPEAT-Programm teilnehmen.
Das EPEAT-Siegel (”Electronic Product Environmental Assessment Tool”) wurde von der US-Umweltbehörde EPA gemeinsam mit PC-Herstellern entwickelt. Das Siegel soll Verbrauchern auf einen Blick zeigen, wie gut sich Elektronik-Produkte recyceln lassen, wie energiesparsam und langlebig sie sind und ob umweltschädliche Stoffe verarbeitet werden. Das EPEAT-Siegel wird in Bronze, Silber und Gold vergeben und von den Unternehmen gerne als Werbung für ihre Produkte genutzt. Apple selbst hat lange Zeit mit dem Gold-Siegel für den iMac geworben.
Eine Kriterium für die EPEAT-Zertifizierung ist, dass sich das Elektronik- Produkt für das Recycling in seine Bestandteile zerlegen lässt. Gerüchten zufolge könnte das MacBook Pro mit Retina Display der Auslöser für die kurzfristige Abkehr von EPEAT gewesen sein. Die Akkus des ultraflachen Notebooks wurden von Apple fest mit dem Gehäuse verklebt und lassen sich nur mit Gewalt herauslösen. Dadurch ist nicht nur die Reparatur der Geräte durch den Nutzer unmöglich, auch das Recycling wird erschwert.
Aktuell zeigt Apple auf der Website des MacBook Pro mit Retina Display das EPEAT Gold-Siegel an. Das Siegel gilt jedoch nur vorläufig und könnte nach einer Prüfung durch EPEAT herabgestuft werden. Apple lief Gefahr, durch die Entscheidung, auf eine Zertifizierung zu verzichten, nicht nur umweltbewusste Privatkunden, sondern auch lukrative Großaufträge von US-Unternehmen, Universitäten und Behörden zu verlieren. So verlangt zum Beispiel die US-Regierung, dass 95 Prozent aller anzuschaffenden Elektronik-Produkte EPEAT- zertifiziert sind. Auch zahlreiche Unternehmen wie z.B. Ford achten beim Kauf neuer Elektronik-Produkte auf das Siegel.



