Waschmaschinen: Hersteller tricksen für Energielabel

Die Stiftung Warentest hat in einem aktuellen Test Waschmaschinen unter die Lupe genommen und festgestellt, dass viele Geräte kälter waschen als angegeben. Wahrscheinlicher Grund: Die Hersteller “tricksen” ein wenig, damit sie ihre Geräte als besonders energieeffizient verkaufen können. Besonders für abwehrgeschwächte Menschen kann das zu kalte Waschen zu einem ernsten Problem werden.
Keine der 14 getesteten Waschmaschinen erreichte in der Untersuchung tatsächlich die angegebenen 60 Grad. Im gewählten 60-Grad-Programm erreichten die meisten Maschinen nur Temperaturen zwischen 45 und 50 Grad. Nur eine Maschine kam mit 58 Grad nah an die Vorgabe heran. Die kältere Temperatur kompensieren die Maschinen laut den Testern durch eine längere Waschdauer. Das Ziel der Hersteller: Möglichst die höchste Einstufung “A+++” für ihre Geräte zu erhalten, denn in Zeiten ständig steigender Strompreise achten immer mehr Verbraucher beim Kauf von elektrischen Haushaltsgeräten auf dessen Energieverbrauch.
Laut der Stiftung Warentest wirken sich die zu niedrigen Temperaturen nicht auf die Waschqualität aus. Für kranke und ältere Menschen können sie aber trotzdem zu einem Problem werden: Bestimmte Keime und Pilze oder auch das gefürchtete Norovirus lassen sich erst ab Temperaturen von 60 Grad zuverlässig aus der Wäsche beseitigen bzw. auf ein für diese Menschen unbedenkliches Maß verringern.
Da die überprüften Waschmaschinen aber trotzdem energiesparend sind, hat die Stiftung Warentest elf Geräte mit “gut” bewertet. Eine Abwertung aufgrund der Tatsache, dass Verbraucher nicht das erhalten, was ihnen versprochen wird (ein 60-Grad-Programm, das auch mit 60 Grad wäscht), ist nicht erfolgt. Trotzdem wolle man auf dieses Problem hinweisen. Die Hersteller haben sich bislang noch nicht zu dem Test geäußert. (ok)



