Für den Umweltschutz: Verzicht auf Handy-Ladegeräte

Der Mobilfunkkonzern O2 will der Umwelt zuliebe in Zukunft auf die Auslieferung von Handy-Ladegeräten verzichten. Das Unternehmen glaubt, dass die Verbraucher inzwischen so viele Ladekabel für Mobilfunkgeräte besitzen, dass sie keine weiteren Kabel mehr benötigen. Tatsächlich schätzen Mobilfunk-Experten, dass alleine in Großbritannien etwa 100 Millionen Ladekabel ungenutzt in Schubladen und Schränken herumliegen.
Deshalb will O2 bis 2015 alle verkauften Handys ohne Ladegerät ausliefern. In einer Pressemitteilung erklärte O2, dass man mit diesem Schritt die Umwelt schonen und Überproduktionen verhindern will. Im Rahmen eines Pilotprojekts, das zwischen Oktober und Dezember 2012 durchgeführt wurde, wurden die Käufer des Handymodells HTC One X+ gefragt, ob sie zu dem Gerät ein separates Ladegerät wünschen oder ob ihnen zu dem Handy ein USB-/micro-USB-Kabel ausreicht. Laut O2 ergab die Umfrage ein überraschendes Ergebnis: 82% der Befragten gaben an, dass sie nur ein USB-Kabel benötigen. Das sind deutlich mehr Kunden, als O2 ursprünglich erwartet hatte. Der Konzern ging davon aus, dass die umweltfreundlichere Option für etwa 70% ausreichen würde.
Mit dem Ergebnis der Umfrage sieht sich der britische O2-Chef Ronan Dunne in seiner Annahme bestätigt, dass Handykunden durchaus dazu bereit sind, der Umwelt zuliebe auf die Auslieferung eines zusätzlichen Ladegeräts zu verzichten. In diesem Zusammenhang betonte Dunne, dass es wichtig sei, dass sich die Hersteller von Mobilfunkgeräten dazu entschließen, ihre Geräte mit denselben Anschlüsse auszustatten. Dann sei es möglich, zukünftig herstellerübergreifend auf die herkömmlichen Ladegeräte zu verzichten. Viele Hersteller bieten bereits jetzt Micro-USB- Verkabelungen an, eine große Ausnahme gibt es allerdings: das neue iPhone 5 von Apple besitzt einen Anschluss, der noch nicht einmal mit den Ladegeräten der früheren iPhone-Modellen kompatibel ist.
Auch die EU-Kommission drängt weiter auf die Vereinheitlichung von Ladegeräten für Mobilfunkgeräte. Gegenüber dem Magazin “Focus” wies EU-Industriekommissar Antonio Tajani darauf hin, dass Ende 2012 eine entsprechende freiwillige Vereinbarung der Handy-Hersteller abgelaufen sei, die bislang noch nicht verlängert wurde. Tajani erklärte, dass, wenn diese Vereinbarung nicht bis Ende Februar erneuert werden würde, die EU die Unternehmen dazu verpflichten wird. (mh)



